Bachstraße 3, 54518 Wittlich Tel.:06571/8011 Fax: 06571/8013
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Spinalkanalstenose

Die Enge im Wirbelkanal entsteht meist durch Alterungsprozesse der Wirbelgelenke und der Bandscheibe. Es kommt zu einer Verdickung der Gelenkkapsel der kleinen Wirbelgelenke mit ggf. knöchernen Randanbauten und einer Vorwölbung der Bandscheibe in Richtung Wirbelkanal. Dadurch entsteht eine Verschlechterung der Durchblutungssituation für das Rückenmark und die Spinalnerven. Diese Enge wird verstärkt durch eine verstärkte Hohlkreuzfehlhaltung bei längeren Gehstrecken.

 

 

Symptome:

Die typischen Beschwerden eines Patienten mit einer lumbalen Spinalkanalstenose werden als Claudicatio spinalis beschrieben. Der Patient berichtet über Schmerzen im Bereich der Beine, die bei längeren Gehstrecken zunehmen und den Patienten schließlich zwingen anzuhalten und sich zu setzen (gehstreckenabhängiger Beinschmerz). Die Beinschmerzen treten einseitig oder beidseitig auf, Kreuzschmerzen gehören nicht unbedingt dazu. Sollte nur ein Kreuzschmerz ohne Beinschmerzen geschildert werden, auch wenn er mit der Gehstrecke zunimmt, steht er nur sehr selten mit einer Stenose in Zusammenhang.

 

 

Diagnostik:

In der ärztlichen Untersuchung von Patienten mit einer Spinalkanalstenose im Bereich der LWS fällt eine verminderte Hohlkreuzstellung auf. Die Bewegungsmöglichkeiten des Patienten sind eingeschränkt. Eine Erkrankung der Hüftgelenke muss ausgeschlossen werden. Eine Schädigung der Spinalnerven (Lähmung, Gefühlsstörung) ist meist nicht nachweisbar.

 

Die Röntgenbilder zeigen Alterungsprozesse im Bereich der kleinen Wirbelgelenke (Facettenarthrose)und bieten indirekte Zeichen der Bandscheibendegeneration. In  der Computertomographie können die knöchernen Veränderungen besonders gut dargestellt werden. Wegen der Strahlenbelastung wurde dieses Untersuchungsverfahren überwiegend durch die Kernspintomographie (MRT) abgelöst. Nur für spezielle Fragestellungen werden die Röntgendiagnostik der Lendenwirbelsäule in Vor- und Rückneigung (Instabilität) oder die Computertomographie eingesetzt.

 

Die Beschwerden eines Patienten werden mit einer lumbalen Spinalkanalstenose in Zusammenhang gebracht, wenn die typische Beschwerdeschilderung des Patienten, die Untersuchungsbefunde  und die Röntgen-/ Computer- oder Kernspintomographie-Bilder zusammenpassen.

 

 

Therapie:

Die Therapie wird zunächst konservativ ausgerichtet. In der physiotherapeutischen Behandlung wird zunächst die Hohlkreuzposition reduziert (entlordosierende Behandlung) durch eine Dehnungsbehandlung der Rückenstreckmuskulatur und der vorderen Hüftgelenksmuskulatur mit  nachfolgender Beckenaufrichtung. Im Anschluss erfolgt die muskuläre Stabilisationsbehandlung der Lenden-/ Becken-/ Hüftregion in der korrigierten Stellung. Sollte keine ausreichende Beschwerdelinderung erzielt werden, so können Schmerzmedikamente oder auch die peridurale Kathetermethode PDK Therapie ergänzend eingesetzt werden.

 

Bei starker Beeinträchtigung und erfolgloser konservativer Behandlung überweisen wir den Patienten im Rahmen des Wirbelsäulenzentrum Wittlich in eine Klinik mit operativem Schwerpunkt. In der Klinik wird die Notwendigkeit einer Befreiungsoperation (Dekompression) der Spinalnerven überprüft und ggfs. die Indikation zu einer Dekompressions OP gestellt.

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